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Geraer Grüne zum Verkehrsverbund Mittelthüringen:
Die Geraer Grünen sprechen sich für die Aufnahme von Vertragsverhandlungen für den Beitritt zum Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) aus. Dadurch soll der Anschluss des öffentlichen Nahverkehrs an die Thüringer Städtekette erreicht werden.
Letzten Donnerstag war der Abteilungsleiter Betrieb des Geraer Verkehrsbetriebs, Erich Engel, zu Gast bei der Mitgliederversammlung der Geraer Grünen. Er informierte die Anwesenden über die Details des geplanten Beitritts der Stadt Gera zum Verkehrsverbund Mittelthüringen. In einer anschließenden, teils kontrovers geführten Diskussion wurden die überwiegenden Vorteile eines solchen Beitritts deutlich.
„Untersuchungen haben offensichtlich ergeben, dass sämtliche Regionen Deutschlands, welche sich für Verkehrsverbünde entschieden haben, davon profitiert haben und die Fahrgastzahlen gestiegen sind“, so Daniela Hoffmann-Weber, Kreissprecherin der Geraer Grünen. „Als Grüne sind wir sehr daran interessiert, eine intelligente, umweltverträgliche Mobilität zu fördern und freuen uns umso mehr, dass der Freistaat seine Fördermittel für den Verkehrsverbund mehr als verdoppelt hat. Die Geraer Verkehrsbetriebe müssen ohnehin in absehbarer Zeit viele ihrer Fahrkartenautomaten aus Altersgründen mit enormem Kostenaufwand auswechseln. Im Falle eines Beitritts würden diese Kosten zu einem großen Teil vom Land finanziert werden. Durch steigende Fahrgastzahlen werden sich die Einnahmen des Geraer Verkehrsbetriebs erhöhen, wodurch der Verlustausgleich, welchen die Stadt Gera an den Verkehrsbetrieb zu bezahlen hat, sich Herrn Engel zufolge verringern wird. Insgesamt ist zu erwarten, dass dadurch das finanzielle Engagement der Stadt für den Beitritt kompensiert werden wird.“
Für den Fahrgast wird Bahn fahren wesentlich komfortabler als bisher. Die Geraer könnten dann beispielsweise mit einem Ticket, welches an der Haltestelle Lusan/Laune gekauft werden kann, direkt nach Jena, Weimar oder Erfurt fahren und für diese Fahrten die Bahnen des GVB, die Deutsche Bahn sowie den Stadtverkehr am Zielort nutzen. Möglicherweise wird es Bahnfahrer geben, die für eine solche Verbundfahrt etwas mehr bezahlen müssen als bisher. Die überwiegende Zahl der Fahrgäste darf trotz der deutlich verbesserten Leistungen aber mit stabilen Fahrpreisen rechnen. Wer den Verbund nicht nutzen möchte, zahlt hier in Gera weiter den gewohnten Stadttarif, wird jedoch zusätzliche Angebote wie Gruppentageskarte, Vierfahrten-Karte oder Wochenfahrkarte sowie erweiterte Mitnahmemöglichkeiten wählen können.
„Wir denken, das jetzige System, mehrere Karten für eine Fahrt in die Region lösen zu müssen, ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Die Chancen eines Verbunds sind erheblich, die Risiken gilt es im Rahmen geschickter Vertragsverhandlungen zu minimieren. Nachdem sich Ende dieses Jahres für Gera die Chance des Beitritts ergibt, gilt es nun aktiv zu werden, dies der Umwelt und damit den Menschen zuliebe,“ so Kreissprecherin Daniela Hoffmann-Weber.